Verein Armut und Gesundheit in Deutschland professionalisiert Arbeit

Verein Armut und Gesundheit in Deutschland professionalisiert Arbeit
Der Verein Armut und Gesundheit in Deutschland hat sich nach dem Ausfall seines Gründers, des Sozialmediziners Gerhard Trabert, neue Strukturen gegeben. Die Arbeit soll unvermindert fortgesetzt werden.

Mainz (epd). Der Verein Armut und Gesundheit in Deutschland mit Sitz in Mainz will seine Arbeit für Hilfsbedürftige weiterentwickeln. „Nach dem Ausfall von Gerhard Trabert standen wir unter Schock“, sagte der erste Vorsitzende, der Mediziner Rahim Schmidt, am Donnerstag. „Wir wollen dieses Erbe mit großer Leidenschaft fortsetzen.“ Der Verein habe durch die erstmalige Berufung eines Geschäftsführers und dessen enge Verbindung mit dem ehrenamtlichen Vorstand und den hauptamtlichen Bereichsleitungen neue Chancen, sagte die stellvertretende Vorsitzende, die Kinderärztin Margret Pohl.

Der Vereinsgründer, der überregional bekannte Sozialmediziner Gerhard Trabert, hatte im Dezember 2024 mehrere Schlaganfälle erlitten und ist seither nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Ein Bundestagsmandat, das er 2025 über die Liste der Linken errungen hatte, konnte er nicht mehr wahrnehmen.

„Armut macht krank und Krankheit macht arm“

„Wir setzen die Arbeit von Trabert fort“, bekräftigte der in diesem Frühjahr eingestellte Geschäftsführer, der Krankenpfleger und Gesundheitsökonom Martin Wick. Der Verein betreibe eine Ambulanz mit ehrenamtlich arbeitenden Ärztinnen und Ärzten zur Behandlung von Patienten ohne Krankenversicherung oder mit unsicherem Versicherungsstatus oder für jene, die sich Zuzahlungen für Medikamente nicht leisten könnten. Auf den Straßen behandele das Arztmobil weiterhin Obdachlose. Die im vergangenen Jahr eröffneten Genesungszimmer für drei Patienten nach einer Behandlung seien belegt. „Armut macht krank und Krankheit macht arm“, sagte Wick. Diesen Teufelskreis wolle der Verein durchbrechen.

Der Verein beschäftigt inzwischen 35 Angestellte auf 22 Vollzeitstellen, rund 50 Ehrenamtliche beteiligen sich. Im vergangenen Jahr standen den Einnahmen von 1,67 Millionen Euro Ausgaben in Höhe von 1,95 Millionen Euro gegenüber, die durch Rücklagen ausgeglichen wurden.