Deutschlandweite Kampagne zur Suizidprävention startet

Deutschlandweite Kampagne zur Suizidprävention startet
Eine deutschlandweite Kampagne soll dem Thema Suizidprävention mehr Öffentlichkeit verschaffen und Tabus abbauen. Dazu haben Studierende der Uni Würzburg kostenloses Material für verschiedene Medien entworfen.

Würzburg, Kassel (epd). Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September rollt das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) eine deutschlandweite Multimedia-Kampagne aus. In Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität Würzburg sind Plakate, Social-Media-Beiträge, Videos, Podcast-Beiträge sowie Materialien für Radio und Printmedien entstanden, die am Donnerstag in Kassel vorgestellt wurden. Medien, Institutionen oder Kommunen können die Materialien frei nutzen.

„Wir wünschen uns eine Enttabuisierung des Themas, aber viele Medien fassen es aus Unsicherheit lieber gar nicht an“, sagte Frank Schwab, Professor für Medienpsychologie und Mitglied bei NaSPro. Mit der Kampagne wolle man Tipps geben, wie sensibel und angemessen berichtet werden könne. Angesprochen würden sowohl Menschen, die selbst Unterstützung benötigten, als auch Angehörige, Freunde und andere nahestehende Personen. Die Materialien richteten sich zudem an Menschen, die spürten, dass es jemandem in ihrem Umfeld nicht gut gehe, aber unsicher seien, wie sie helfen könnten.

Crossmediale Kampagne

Ein weiteres Ziel der Kampagne sei, die Politik stärker für das Thema zu sensibilisieren. So liegt laut Georg Fiedler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Akademie für Suizidprävention, aktuell ein Entwurf für ein nationales Suizidpräventionsgesetz vor. „Wir sehen dort aber noch einen starken Entwicklungsbedarf“, sagte Fiedler.

Laut Emilia Gögl, Projektleiterin an der Universität Würzburg, gehören zu den Kernbotschaften: Suizidprävention sei möglich, Hilfe sei nah und erreichbar und Reden könne Leben retten. Die Kampagne sei crossmedial angelegt worden, um Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen über verschiedene Medienkanäle zu erreichen. Zum Angebot gehören beispielsweise Social-Media-Videos mit Straßenumfragen zum Thema Suizid, Informationsartikel mit Fakten und Informationen zu Warnzeichen sowie Skripte für Radiomoderationen.