Deutsche arbeiten im Schnitt 18 Minuten weniger

Deutsche arbeiten im Schnitt 18 Minuten weniger
Aufgrund der wirtschaftlichen Flaute sind vor allem mehr Männer mit niedrigerem Bildungsabschluss arbeitslos. Das ist laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Hauptgrund für den leichten Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit.

Wiesbaden (epd). Die Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr im Schnitt 18 Minuten weniger pro Woche gearbeitet als im Vorjahr. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, sank die durchschnittliche Wochenstundenzahl 2025 auf 28,5.

Aus Berechnungen des Instituts geht demnach hervor, dass die Arbeitszeit bei Männern und bei Personen im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter (25 bis 54 Jahre) am stärksten gesunken ist. Dagegen nehme die Arbeitszeit bei Über-60-Jährigen weiter zu. Dieser gegenläufige Trend sei unter anderem auf die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters zurückzuführen.

Das Institut hat die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit pro Person im Alter von 20 bis 64 Jahren erfasst. Dabei wurden auch nicht erwerbstätige Personen berücksichtigt.

Sinkende Arbeitszeiten bei wirtschaftlicher Schwäche

Wirtschaftliche Schwächephasen gehen den Angaben zufolge typischerweise mit einem Rückgang der Arbeitszeit pro Kopf einher. „Das hängt sowohl mit der steigenden Arbeitslosigkeit als auch mit dem Rückgang der Wochenarbeitszeit von Erwerbstätigen zusammen. Vor allem in der Industrie werden Stellen abgebaut und weniger Überstunden geleistet“, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut, Harun Sulak, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Hierbei sei die Arbeitszeit pro Kopf bei Männern mit niedrigem Bildungsabschluss am stärksten zurückgegangen.

Nach eigenen Angaben untersucht das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung die Ursachen und Folgen des demografischen Wandels und hat die Aufgabe, die Bundesregierung und Bundesministerien auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung zu beraten.