Erfurt (epd). Die Thüringer Landesregierung steht trotz der Aberkennung des Doktorgrades von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) durch die TU Chemnitz weiter hinter dem Regierungschef. Sie sei von der Zurückweisung des Einspruchs Voigts durch die TU Chemnitz nicht überrascht, sagte Sozialministerin Katharina Schenk (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Erfurt. Für die Landesregierung sei einzig relevant, dass sie mit dem Ministerpräsidenten vertrauensvoll zusammenarbeitet.
Umweltminister Tilo Kummer (BSW) sagte, Voigt habe das Kabinett über die neuen Entwicklungen informiert. Der Ministerpräsident werde gegen die Entscheidung klagen. Der Rechtsweg stehe ihm offen, sagte Kummer. Die Landesregierung werde abwarten, was das Ergebnis der Klage sein wird. Bis dahin habe die Koalition ein Regierungsprogramm abzuarbeiten. Die Regierungsfähigkeit sei durch die Aberkennung des Doktortitels nicht beeinträchtigt.
Voigt weist Vorwürfe zurück
Die TU Chemnitz hatte Medienberichten vom Dienstag zufolge den Widerspruch Voigts gegen die bereits im Januar beschlossene Aberkennung seines Doktorgrades zurückgewiesen. Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät habe den ursprünglichen Beschluss nochmals auf seine Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit geprüft, teilte die Universität mit. Voigts Anwalt kündigte daraufhin eine Klage an.
Hintergrund des seit 2024 andauernden Streits sind Plagiatsvorwürfe gegen Voigts Dissertation zum US-Präsidentschaftswahlkampf 2004. Die TU Chemnitz hatte nach einer längeren Prüfung im Januar entschieden, ihm den Doktorgrad zu entziehen. Voigt weist die Vorwürfe zurück.



