Köln (epd). DGB-Vize Stefan Körzell lehnt eine Aufweichung der gesetzlich möglichen Arbeitszeiten ab. Mit Tarifverträgen seien bis zu 60 Stunden pro Woche möglich, also sechs Tage mit jeweils zehn Arbeitsstunden, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes am Dienstag im Deutschlandfunk.
Er räumte ein, dass in Deutschland nur noch die Hälfte der Beschäftigten durch Tarifverträge erfasst seien. Doch die europäische Mindestlohn-Richtlinie sehe vor, die Tarifbindung auf 80 Prozent anzuheben. Körzell rief deshalb die Arbeitgeberverbände auf, mit den Gewerkschaften zu verhandeln, „um die Flexibilitäten auch auszunutzen, die es in Tarifverträgen gibt“. Aktuell erfordere die Auftragslage in der deutschen Wirtschaft keine Mehrbeschäftigung: „Eine Ausweitung der Arbeitszeit würde nur zu einer steigenden Arbeitslosigkeit führen“, unterstrich der Gewerkschafter.
Regierung will Arbeitszeit flexibilisieren
Die Bundesregierung favorisiert eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Abweichungen vom Acht-Stunden-Tag an Tarifverträge knüpft.



