Berlin (epd). Die Johanniter-Unfall-Hilfe kann beim Neustart des Zivildienstes Stellen anbieten, pocht aber grundsätzlich auf den Ausbau bestehender Freiwilligendienste. „Die Strukturen der Freiwilligendienste und eines wiedereinzuführenden Zivildienstes sollten eng miteinander verzahnt gedacht und umgesetzt werden“, sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine konkrete Zahl an jährlichen Plätzen für Zivildienstleistende könne sie aktuell nicht nennen.
Noch kenne niemand die Rahmenbedingungen für einen möglichen zukünftigen Zivildienst, sagte die Sprecherin. Unklar seien nicht nur dessen Dauer, sondern auch die Finanzierung und die möglichen Einsatzfelder. Aktuell haben die Johanniter rund 1.600 Freiwillige bundesweit im Einsatz.
Ohne Zuschüsse kein wirtschaftlicher Betrieb
Zu bedenken sei auch, dass ein Zivildienst ebenso wie die Freiwilligendienste für die Trägerorganisationen betriebswirtschaftlich umsetzbar sein müsse. Das gelinge nicht ohne verlässliche staatliche Zuschüsse, betonte die Sprecherin. Hier liege ein Problem, zumal in Zeiten knapper werdender Mittel.
Eine besondere Herausforderung liege in der unterschiedlichen Entlohnung von Zivil- und Freiwilligendienst. „Hier sollte eine Angleichung zwischen Sold im Wehrdienst und gegebenenfalls im Wehrersatzdienst/Zivildienst sowie dem Taschengeld in den bestehenden Freiwilligendiensten angestrebt werden“, sagte die Sprecherin.
Als gute Rahmenbedingungen gelten den Angaben zufolge eine Mindestdauer des Zivi-Einsatzes von mindestens neun, eher zwölf Monaten sowie die teilweise Übernahme der Kosten durch den Bund bei der fachlichen Qualifikation der Zivildienstleistenden. Zudem sollte es vom Bund Gelder für die Dienstkleidung und Ausrüstung geben sowie einen Zuschuss zur Entlohnung und den Sozialversicherungsleistungen.



