Berliner Clubkultur unter Druck

Berliner Clubkultur unter Druck
Die Berliner Clubkultur steht nach einer neuen Erhebung vor Herausforderungen: Höhere Personal- und Betriebskosten bei gleichzeitig geringerer Kaufkraft des Publikums. Trotzdem kann von einem "Clubsterben" nicht die Rede sein.

Berlin (epd). Die Clubcommission Berlin hat erstmals seit 2019 eine umfassende Erhebung zur Lage der Berliner Clubs vorgestellt. Danach sehen 95 Prozent der Betreiber ohne „strukturelle Verbesserungen“ die langfristige Existenz vieler Clubs gefährdet, wie die Commission am Freitag mitteilte. Gefordert wird unter anderem die Freigabe landeseigener Immobilien und eine verlässliche öffentliche Förderung.

Knapp ein Viertel (23 Prozent) der Eigentümer denke darüber nach, den Betrieb in den nächsten zwölf Monaten aufzugeben, hieß es weiter. Nur 30 Prozent der Clubs konnten im Jahr 2025 einen Gewinn einfahren. Im Jahr 2017 sei dies noch fast jedem Zweiten (49 Prozent) gelungen. Damals konnte nur etwa jeder fünfte Veranstaltungsort seine Kosten nicht decken, 2025 waren es 39 Prozent. Insgesamt arbeiteten nur noch 61 Prozent mindestens kostendeckend (2017: 79 Prozent). An der Umfrage beteiligten sich 102 Akteure der Clubkultur.

Kein „Clubsterben“

Neben hohen oder steigenden Personal- und Betriebskosten gaben 60 Prozent der Befragten eine sinkende Kaufkraft des Publikums als Belastungsfaktor an. Das Publikum plane den Clubabend bewusster, bleibe kürzer und trinke weniger, hieß es. Als Reaktion seien in vielen Fällen Getränke- und Eintrittspreise erhöht worden.

Das viel zitierte „Clubsterben“ lasse sich auf Grundlage der Zahlen dennoch nicht bestätigen: Demnach schlossen seit 2020 mindestens 24 Club- und Kulturstandorte. Gleichzeitig seien 25 Orte neu entstanden. „Die Berliner Clubkultur stirbt damit nicht. Sie steht unter Transformationsdruck“, teilte der Verein mit.