Benin: Weltsozialforum beginnt wegen Regierungsabsage verzögert

Benin: Weltsozialforum beginnt wegen Regierungsabsage verzögert
Nach einer überraschenden Absage der Regierung im Gastgeberland Benin hat das Weltsozialforum (WSF) mit zweitägiger Verspätung begonnen. Der Grund für den zwischenzeitlichen Stopp sei bislang unklar.

Berlin, Cotonou (epd). Das Weltsozialforum (WSF) hat wegen einer kurzfristigen Absage durch die Regierung im Austragungsland Benin mit zweitägiger Verspätung begonnen. Die eigentlich für Dienstag geplante Eröffnung der internationalen Sozialplattform sei nach einem überraschenden Rückzieher der Regierung zunächst abgesagt worden, sagte Francisco Marí vom Hilfswerk „Brot für die Welt“ dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag. In intensiven Gesprächen zwischen den WSF-Organisatoren und beninischen Regierungsvertretern sei dann doch noch eine Einigung erzielt worden. Das Forum begann am Donnerstagvormittag.

Eine Begründung für die zwischenzeitliche Absage „kennen wir nicht“, sagte Marí, der als Agrarexperte und Mitglied im Internationalen Rat des WSF selbst in der beninischen Hauptstadt Cotonou ist. Die Regierung habe lediglich „unvorhergesehene Ereignisse“ angeführt, obwohl das WSF seit zweieinhalb Jahren vorbereitet werde. Eigentlich sollte die 17. Ausgabe vom 4. bis 8. August unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“ in den Räumlichkeiten der Universität von Cotonou stattfinden.

Marí: Aktivisten wurde die Einreise verweigert

Auch wenn das WSF nun doch stattfindet, können nicht alle Teilnehmenden dabei sein: Eine Buskolonne von westafrikanischen Aktivistinnen und Aktivisten sei wenige Kilometer vor Cotonou vom Militär gestoppt und zunächst in das Nachbarland Togo eskortiert worden, sagte Marí. Außerdem sei mehreren Personen am Flughafen die Einreise verweigert worden.

Das WSF wurde 2001 in der brasilianischen Stadt Porto Alegre als Gegengipfel zum Weltwirtschaftsforum im Schweizer Kurort Davos gegründet. Es versteht sich als offene Bewegung und bekennt sich in einer Charta zu Toleranz, Gewaltfreiheit, Demokratie, Menschenrechten und Pluralismus. Regierungsvertreter sind explizit nicht Teil des Forums. Laut den Organisatoren hatten sich für Cotonou rund 10.000 Teilnehmende für die etwa 500 Veranstaltungen zu Themen wie Migration, Ernährungskrise und Klimawandel angemeldet.