Badeunfälle: Schwimmmeister sehen auch Eltern in der Verantwortung

Badeunfälle: Schwimmmeister sehen auch Eltern in der Verantwortung
In diesem Sommer sind bundesweit deutlich mehr Menschen ertrunken als in früheren Jahren. Bademeister sehen auch die Eltern in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder schwimmen lernen.

Düsseldorf (epd). Angesichts einer hohen Zahl von tödlichen Badeunfällen in diesem Sommer fordert der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister Eltern auf, sich um die Schwimmfähigkeit ihrer Kinder zu kümmern. „Viele Eltern kümmern sich heute viel zu wenig darum, dass ihre Kinder sicher schwimmen lernen“, sagte der Verbandspräsident Peter Harzheim der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Statt sich ihren Kindern zu widmen, würden sich Eltern im Freibad mit ihren Smartphones beschäftigen. Smartphones in Freibädern nannte er „eine Katastrophe“.

Der Verbandspräsident beklagte auch einen Personalmangel in vielen Bädern. „Uns fehlen mehr als 3.000 Bademeister“, erklärte er. Wegen des Personalmangels müssten die Öffnungszeiten in Schwimmbädern verkürzt werden. „Darunter leidet wiederum die Schwimmfähigkeit junger Menschen“, monierte Harzheim. Für Juni hatte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bekannt gegeben, dass mindestens 99 Menschen bundesweit ertrunken sind - so viele Todesfälle wie seit dem Juni des Hitzesommers 2003 nicht mehr.

Linkspartei: Deutschland darf kein „Land der Nichtschwimmer“ werden

Die Partei „Die Linke“ forderte mehr Investitionen in Schwimmbäder. „Wer nichts oder zu wenig gegen marode oder fehlende Schwimmbäder tut, nimmt Jahr für Jahr immer mehr Badeunfälle in Kauf“, sagte die Linken-Politikerin Janine Wissler der Zeitung. Nötig seien „mindestens eine Milliarde Euro jährlich für die Schwimmbäder bis Mitte der 2030er Jahre“. Zudem brauche es mehr und besseren Schwimmunterricht sowie einen kostenlosen Eintritt für alle Kinder. Deutschland dürfe „kein Land der Nichtschwimmer werden“.