Kältebus-Brandstifter kommt in psychiatrisches Krankenhaus

Kältebus-Brandstifter kommt in psychiatrisches Krankenhaus
Ende Dezember und Anfang Januar brannten drei Busse der Berliner Stadtmission. Der Brandstifter stand während der Tat unter dem Einfluss einer paranoiden Schizophrenie. In Haft muss er nicht.

Berlin (epd). Das Berliner Landgericht hat für den Brandstifter von Kältebussen der Berliner Stadtmission die dauerhafte Unterbringung in einem Krankenhaus des Maßregelvollzugs angeordnet. Der 43-Jährige sei aufgrund einer paranoiden Schizophrenie zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen, urteilte das Gericht am Donnerstag. Der Beschuldigte hatte eingeräumt, am 1. Januar einen der Busse mit flüssigem Brandbeschleuniger in Brand gesetzt zu haben. Dabei sei ein Sachschaden von 70.000 Euro entstanden. Außerdem habe er sich im März 2025 Polizeibeamten widersetzt. (AZ: 542 KLs 13/26, 272 Js 53/26).

Das Gericht folgte damit in dem Sicherungsverfahren der Staatsanwaltschaft, die eine dauerhafte Unterbringung gefordert hatte. Bislang war der Wohnungslose einstweilig untergebracht. Er hat die Prozesskosten zu tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, binnen einer Woche könnte Revision eingelegt werden.

Verfolgungswahn kann zu Gewalttaten führen

Ein Sachverständiger hatte bestätigt, dass sich die Krankheit des Mannes immer mehr auf dessen Alltag ausgewirkt habe. Der 43-Jährige versprach in seinem letzten Wort, dass er nicht erneut straffällig werden wolle. Der Vorsitzende Richter Willi Thoms berief sich jedoch auf den Sachverständigen. Nach dessen Ansicht könnte der Beschuldigte ähnliche Taten begehen. Auch Gewalttaten seien durch den Verfolgungswahn denkbar.

Der Beschuldigte soll auch für den Brand zweier weiterer Kältebusse in der Nacht auf den 28. Dezember 2025 verantwortlich sein. Die Verfahren seien allerdings eingestellt worden, da die Verurteilung nicht ins Gewicht gefalle, sagte ein Sprecher Staatsanwaltschaft vorab.