Prozess gegen Kältebus-Brandstifter

Prozess gegen Kältebus-Brandstifter
Ende Dezember und Anfang Januar brannten drei Busse der Berliner Stadtmission. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

Berlin (epd). Am Berliner Landgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen den mutmaßlichen Brandstifter an Kältebussen der Berliner Stadtmission begonnen. Dem 43-Jährigen werfe die Staatsanwaltschaft vor, am 1. Januar einen der Busse mit flüssigem Brandbeschleuniger in Brand gesetzt zu haben, erklärte eine Gerichtssprecherin. Dabei sei ein Schaden von 70.000 Euro entstanden. Außerdem soll er im März 2025 Polizeibeamte angespuckt haben.

Insgesamt sind drei Verhandlungstermine angesetzt. In dem Sicherungsverfahren will die Staatsanwaltschaft erreichen, dass der Mann dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Die Entscheidung dazu könnte am 13. August fallen.

Das sei keine Strafe, sondern eine Maßregel zur Besserung und Sicherung, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Petzold. Es lägen Anhaltspunkte für eine Schuldunfähigkeit aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung vor.

Verfahren wegen der weiteren Busse eingestellt

Der Beschuldigte soll auch für den Brand zweier weiterer Kältebusse in der Nacht auf den 28. Dezember 2025 verantwortlich sein. Die Verfahren seien allerdings eingestellt worden, da die Verurteilung nicht ins Gewicht gefalle, sagte Petzold. Sollte das Landgericht keine Unterbringung anordnen, könne das andere Strafverfahren wieder aufgenommen werden.

Der Beschuldigte befand sich zunächst in Untersuchungshaft. Wegen seiner psychischen Erkrankung kam er jedoch in eine vorläufige Unterbringung im Krankenhaus des Maßregelvollzugs.