Frankfurt a.M. (epd). Die Situation in den Ebola-Gebieten im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist laut „Ärzte ohne Grenzen“ rund zweieinhalb Monate nach Bekanntwerden des Ausbruchs „kritischer denn je“. Trotz der Bemühungen der medizinischen Teams verbreite sich die Krankheit in „alarmierendem und beispiellosem Tempo“, sagte die stellvertretende medizinische Leiterin der Hilfsorganisation, Philippa Boulle, am Mittwoch.
Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass sich der Ausbruch verlangsame, sagte Boulle. Nahezu täglich würden Verdachtsfälle aus neuen Orten gemeldet, „jenseits von bereits identifizierten Übertragungsketten“.
Mehr als 1.700 Ebola-Tote
Zwar verwies die „Ärzte ohne Grenzen“-Vertreterin auf Fortschritte bei der Kontaktnachverfolgung. Doch die Bemühungen reichten nicht aus, um die Epidemie einzudämmen. Im Ebola-Behandlungszentrum der Provinzhauptstadt Bunia etwa handele es sich bei 90 Prozent der aufgenommenen Patientinnen und Patienten nicht um nachverfolgte Kontakte.
Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo war Mitte Mai entdeckt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verhängte daraufhin den internationalen Gesundheitsnotstand. Laut den jüngsten Daten der kongolesischen Behörden wurden bislang 3.874 Fälle erfasst. 1.751 Menschen sind demnach an der Infektionskrankheit gestorben. Besonders betroffen ist die Ituri-Provinz.
Kein Impfstoff
Gegen die für die Epidemie verantwortliche Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gibt es bisher weder zugelassene Medikamente noch eine Impfung. Auch seit Jahren anhaltende Konflikte in der Region sowie ein unterfinanziertes Gesundheitswesen erschweren die Eindämmung.



