Umfrage: Mehrheit lehnt striktes Verbot von Leihmutterschaft ab

Umfrage: Mehrheit lehnt striktes Verbot von Leihmutterschaft ab
Die Haltung der deutschen Bevölkerung zu Leihmutterschaften ist laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2025 deutlich differenzierter als die aktuelle Debatte vermuten lässt. Eine Mehrheit spricht sich für eine rechtliche Regelung aus.

Hannover (epd). Eine Mehrheit der Deutschen scheint laut einer Umfrage ein striktes Verbot von Leihmutterschaft hierzulande abzulehnen. Das legen die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der deutschen Bevölkerung aus dem Jahr 2025 im Auftrag des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (SI) nahe, die am Mittwoch in Hannover veröffentlicht wurde.

Ein großer Teil der Befragten sprach sich demnach für eine Legalisierung unter der Bedingung einer rechtlichen Regelung aus. Knapp ein Drittel der Befragten (30,7 Prozent) bevorzugte ein striktes Verbot. 60,4 Prozent gaben an, dass eine Leihmutterschaft „unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland“ legal sein sollte.

Uneindeutige Haltung zu Leihmutterschaft im Allgemeinen

Gefragt nach der grundsätzlichen Haltung zur Leihmutterschaft zeigte sich ein uneindeutiges Bild: 37,6 Prozent der Befragten antworteten mit „überhaupt nicht“ oder „eher nicht“ vertretbar. Etwas weniger, aber immer noch gut ein Drittel (30,7 Prozent) halten Leihmutterschaft entweder für „vertretbar“ oder sogar für „voll und ganz vertretbar“. Allerdings gebe es ein recht großes Mittelfeld, das sich nicht für eine eindeutige Position entschied: 26,7 Prozent antworteten, sie hielten das Verfahren der Leihmutterschaft für „teils vertretbar, teils nicht vertretbar“. 5,5 Prozent antworteten mit „weiß nicht“.

Die Studie des SI kommt zu dem Schluss, dass nicht allein medizinische oder rechtliche Fragen bei der Beurteilung von Leihmutterschaft entscheidend sind, sondern die persönlichen Wertvorstellungen. Eher progressive und liberale Befragte stehen auch der Leihmutterschaft offener gegenüber. Während eine konservativ-traditionalistische Gruppe von Befragten die Ablehnung mit einem traditionellen Familienverständnis begründet, heißt es in der Studie.

An der Umfrage nahmen 2.013 Menschen über 18 Jahre teil. Die Umfrage erfolgte zwischen dem 10. und 17. November 2025 und demnach deutlich vor der Debatte, die durch die Elternschaft des CDU-Politikers Jens Spahn per Leihmutter in den USA ausgelöst wurde.