Ehepaar offenbar ohne seine drei Kleinkinder abgeschoben

Ehepaar offenbar ohne seine drei Kleinkinder abgeschoben
Der Hessische Flüchtlingsrat befürchtet eine dauerhafte Familientrennung, nachdem die Eltern einer kurdischen Familie mutmaßlich ohne den Nachwuchs in die Türkei abgeschoben wurden. Das jüngste Kind ist fünf Monate, das älteste drei Jahre alt.

Frankfurt am Main (epd). Ein kurdisches Ehepaar ist offenbar in die Türkei abgeschoben worden, während seine drei Kleinkinder in Deutschland in Obhut des Jugendamtes verblieben sind. Das berichtete der Hessische Flüchtlingsrat am Montag in Frankfurt am Main. Dadurch drohe eine dauerhafte Trennung der Eltern von ihren Kindern, kritisiert Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrats.

Das Jugendamt hatte den Eltern demnach im Februar das Sorgerecht entzogen und einen Amtsvormund eingesetzt, der die Kinder im Alter von drei Jahren, anderthalb Jahren und fünf Monaten außerhalb der Familie untergebracht hatte. Dies sei jedoch keine endgültige Entscheidung, sondern eine vorläufige Inobhutnahme aus Gründen des Kinderschutzes gewesen. Nach Angaben von Unterstützerinnen und Unterstützern, auf die sich der Hessische Flüchtlingsrat beruft, hätten die Eltern weiterhin Umgangsrecht gehabt.

Flüchtlingsrat kritisiert Trennung von Kindern und Eltern

Die Eltern hätten durch die Abschiebung nun jedoch voraussichtlich keine Möglichkeit, nach Deutschland zurückzukehren. Zugleich könnten die Kinder nicht allein aus der Obhut des Jugendamts zu den Eltern abgeschoben werden. „Dass jetzt Eltern von ihren drei Kleinkindern getrennt werden und diese in Obhut der Behörden bleiben, habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte Scherenberg, „derartige Berichte kannte man bislang nur aus den USA und hätte sie auch in Deutschland nicht für möglich gehalten.“