Berlin (epd). Die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat sich gegen zu starke Kürzungen in der Berliner Kulturpolitik ausgesprochen. Kultur sei „Identität, Wirtschaftsfaktor und Aushängeschild“, schrieb Grütters in einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ (Sonntag). Die Hauptstadt besitze eine „weltweit einmalige kulturelle Vielfalt“.
Ihr zufolge sei es wichtig, die Parteien der Mitte „auf die verbindenden Kräfte der Kultur für ein gesellschaftliches Miteinander in unserer Stadt einzuschwören, statt sich in wenigen Facetten kleinlich voneinander abzugrenzen“.
Grütters erklärte, den Kreativen müsse die Politik mit „Respekt und Empathie“ begegnen. Zudem sollen „das Neue, die Avantgarde“ und „das Kulturerbe vergangener Zeiten“ gleichermaßen gefördert werden. Die Politik müsse außerdem bei klammer Haushaltslage neben staatlichem Engagement Anreize für private Investitionen setzen, forderte die ehemalige Landesvorsitzende der CDU Berlin.
„Investition in die Zukunft“
Gleichzeitig wies Grütters darauf hin, dass auch das Kulturressort aufgrund der Haushaltssituation nicht gänzlich von Sparmaßnahmen verschont bleiben könne. Dennoch sei Kultur „keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft“.
Berlin benötige überdies „weiterhin Freiräume, in denen Ideen und Innovationen gedeihen können“. Dazu zählte sie etwa bezahlbaren Raum zum Leben und Arbeiten. Die Politik dürfe „nicht tatenlos zusehen“, wie der Stadt die Freiheiten und Freiräume abhandenkommen, "etwa durch hohe Mieten.
Grütters war von 2013 bis 2021 die fünfte Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.



