Rund 100 Menschen demonstrieren vor Uranfabrik in Gronau

Rund 100 Menschen demonstrieren vor Uranfabrik in Gronau
Anti-Atomkraft-Organisationen fordern die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau. Rund 100 Menschen protestierten am Sonntag gegen eine mögliche Beteiligung der Anlage an militärischen Atomprojekten in Großbritannien.

Gronau (epd). Am Sonntagnachmittag haben laut Polizei und Veranstalter etwa 100 Menschen gegen die mögliche militärische Nutzung der Uranfabrik in Gronau demonstriert. Die Teilnehmerzahl habe sich im angemeldeten Rahmen bewegt und sie seien „ganz zufrieden“, sagte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch die Kreispolizeibehörde Borken zog ein positives Fazit: Die Versammlung sei störungsfrei verlaufen. Beginn war um 12 Uhr mit einer Fahrraddemo, die dann zur Urananreicherungsanlage (UAA) führte.

Hintergrund ist die Bestätigung der Bundesregierung, dass sie über die Pläne der britischen Regierung informiert sei, einen Kernbrennstoffkreislauf für Reaktorbrennstoff zu Verteidigungszwecken aufzubauen. Dies stehe in Einklang mit den völkerrechtlichen Vorgaben, insbesondere mit dem Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag und dem „Vertrag von Almelo“, heißt es in einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion.

Uran-Fabrik hat unbefristete Betriebsgenehmigung

Der international tätige Urenco-Konzern wurde 1970 mit dem „Vertrag von Almelo“ zwischen Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden gegründet, um die Forschungen der drei Länder an der Zentrifugentechnik zusammenzubringen und kommerziell zu nutzen. Der Staatsvertrag schreibt dabei eine rein zivile Tätigkeit von Urenco vor. Uran darf allein für Energie und nicht zur Waffenproduktion exportiert werden. Die Uran-Fabrik ist vom deutschen Atomausstieg ausgenommen und hat eine unbefristete Betriebsgenehmigung.