Hunderttausende feiern CSD in Hamburg

Hunderttausende feiern CSD in Hamburg
Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin wurden in Hamburg die Sicherheitsvorkehrungen und die Polizeipräsenz für die Demonstration deutlich erhöht.

Hamburg (epd). Unter dem Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!“ haben sich am Samstag in Hamburg Hunderttausende zur Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) versammelt. In der Innenstadt setzten sie ein lautes und buntes Zeichen für die Rechte der queeren Community. Slogans wie „Jetzt erst rechts“, „Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!“ oder „Queere Menschen schützen“ waren auf Plakaten zu lesen.

Zum Demo-Start fand eine Gedenkminute für die Opfer des Anschlags auf den CSD in Berlin statt. Der veranstaltende Verein Hamburg Pride rief zu gesellschaftlicher Solidarität auf und forderte, dass alle für Gleichberechtigung einstehen.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD am vergangenen Wochenende waren in Hamburg die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. Konkrete Gefährdungshinweise lagen laut Innenbehörde und Polizei nicht vor, dennoch habe man die Polizeipräsenz deutlich verstärkt.

Innensenator Andy Grote (SPD) erklärte, Ziel sei es, der Community ein sicheres Gefühl zu geben. Er dankte allen Polizistinnen und Polizisten für den Einsatz, „der weit über Hamburg hinaus von großer Bedeutung ist und zeigt, dass wir entschlossen sind, unsere offene Gesellschaft mit aller Kraft zu schützen und zu verteidigen.“

Kirche verteilt Segen

Rund 140 Menschen setzten auf dem Truck der evangelischen Kirche in Hamburg ein Zeichen für Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit dem Claim „Fürchte dich nicht. L(i)ebe frei und sichtbar“ betonten sie, dass Gottes Liebe allen Menschen ohne Ausnahme gelte. „Wir stehen weiterhin und noch deutlicher an der Seite der queeren Community“, sagte Pröpstin Anja Botta.

Bei dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag in Berlin war am vergangenen Samstag ein Kastenwagen in eine Menschenmenge gefahren. Eine 65-jährige Frau wurde getötet, 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der 21-jährige Tatverdächtige wurde später bei einem Polizeieinsatz getötet.