Berlin (epd). Der Berliner Bischof Christian Stäblein plädiert für die Einhaltung eines wöchentlichen Ruhetages. In einer Welt „mit allen Apparaten und der smarten Dauertechnologie und -beschallung“ sei Unterbrechung „eine Pflicht“, sagte Stäblein in der Radiosendung „Wort des Bischofs“ am Samstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Das Sabbatgebot, das Halten eines Ruhetages, sei in der Bibel ein „Gebot aus gutem Grund“.
Der Bischof verwies darauf, dass auch Gott am siebten Tag geruht habe. Dieser habe damit gezeigt, dass Unterbrechungen wichtig für die Regeneration seien. „Arbeiten ohne Pause macht ja bekanntlich krank.“ Die Bibel erzähle, wie Gott „im Garten Eden, in der Kühle des Abends, einen Spaziergang macht“, sagte Stäblein. „Möge mancher auch in der Stadt, die damit wirbt, dass sie niemals schläft, beim Gang durch Kiez oder an der Spree einen solchen Einklang mit dem Leben spüren.“
Kirchen warnen vor Aufweichung des Sonntages
Die beiden großen Kirchen in Berlin und Brandenburg warnten zuletzt Anfang Juli vor einer Aufweichung des Sonntagsschutzes. Ein gemeinsamer Ruhetag sei unabhängig von der Religionszugehörigkeit von großer gesellschaftlicher Bedeutung, argumentierten sie. Die Bundesregierung hatte angekündigt, die Öffnungsmöglichkeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken an Sonntagen auszuweiten. Wirtschaftsverbände forderten daraufhin auch für den Einzelhandel mehr Flexibilität.



