Frankfurt a.M. (epd). Der Klimawandel hat laut einer Analyse das Extremwetter verschärft, das die Waldbrände in Teilen Frankreichs und Spaniens mit angefacht hat. Das Auftreten der entsprechenden Wetterbedingungen sei durch die Erderwärmung in Frankreich mindestens doppelt so wahrscheinlich geworden, teilte die Forschungsgruppe „World Weather Attribution“ (WWA) am Freitag mit. In Spanien habe sich die Wahrscheinlichkeit für das „extreme Feuerwetter“ sogar mindestens um das 20-Fache erhöht.
Die Klima-Fachleute beziehen sich mit der Analyse auf die jüngsten Brände im Südwesten Frankreichs sowie in Zentralspanien. Es handele sich bei den Angaben zur Wahrscheinlichkeit der Wetterbedingungen um konservative Schätzungen, hieß es.
Hitze und trockene Landschaften
Die Forschungsgruppe verwies auf nasse Winter mit einem daran anschließenden trockenen Frühling. Diese Abfolge werde zu einem „Haupttreiber“ des Waldbrandrisikos. Solches Wetter trage zum Wachstum der Vegetation bei, die dann abtrockne und zu einem Brandbeschleuniger werde.
„Die Mega-Brände machen deutlich, wie schnell klimabedingte Hitze und trockene Landschaften Waldbrände in verheerende nationale Katastrophen verwandeln können“, sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Simon Stiell. Die Lösung liege auf der Hand: Alle Länder müssten schneller von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umsteigen und die Menschen vor den Folgen des Klimawandels schützen.
Risiko alle sechs Jahre
In dem 2014 gegründeten Netzwerk „World Weather Attribution“ untersuchen Fachleute, wie der Klimawandel einzelne Extremwetterereignisse beeinflusst. Für die Analyse zu den Waldbränden wurde den Angaben zufolge das Brandwetterrisiko über einen Sieben-Tage-Zeitraum im Juli mit Vergleichswerten aus früheren Jahren verglichen. Dabei wurden etwa Hitze, Trockenheit und Wind berücksichtigt.
Unter dem heutigen Klima rechnen die Fachleute damit, dass im Südwesten Frankreichs entsprechende Wetter-Ereignisse alle 20 Jahre auftreten. In Spanien sei das voraussichtlich alle sechs Jahre der Fall, hieß es.



