Karlsruhe (epd). Der Präsident der Diakonie Deutschland, Rüdiger Schuch, hat einen verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in sozialen Einrichtungen gefordert. „Das Instrument muss zu unserer Aufgabe passen“, sagte Schuch am Donnerstag in Karlsruhe im Rahmen seiner Sommerreise durch diakonische Einrichtungen in Baden. Er warb für „Leitplanken“, die Grenzen und Chancen der neuen Technologie festschreiben.
Schuch verwies auf unterschiedliche Bedingungen in den Arbeitsfeldern der Diakonie. Der Zugang zu digitalen Medien sei bei Kindern und Jugendlichen anders zu bewerten als in Pflegeeinrichtungen. Er warnte einerseits vor einem unkritischen Einsatz von KI bei psychischen Krisen, betonte aber den Nutzen der neuen Technik etwa bei der Dokumentation im Pflegealltag.
KI als Hilfsmittel
„KI kann ein großes Hilfsmittel sein“, sagte Schuch. Als Beispiel nannte der Diakonie-Präsident das Epilepsiezentrum Kork in Kehl, wo Mitarbeiter aus 90 Nationen die Dokumentation in ihrer Landessprache in den Computer eingeben könnten. Mithilfe einer eigenen KI werde der Text unmittelbar ins Deutsche übersetzt und allen Mitarbeitenden übermittelt.
Für den Einsatz Künstlicher Intelligenz seien hohe Investitionen nötig - auch für die Diakonie, sagte Schuch. In diesem Zusammenhang verwies er auf die angespannte Finanzlage der Wohlfahrtsverbände. Bereits heute gebe es Realkaufkraftverluste der Diakonien, weil Zuschüsse nicht erhöht worden seien, betonte er mit Blick auf politische Entscheidungsträger. „KI wird so wichtig werden, dass wir, um sie zu finanzieren, andere diakonische Bereiche werden zurückschrauben müssen“, sagte Schuch.



