Brüssel, Bordeaux (epd). Angesichts der schweren Waldbrände in Frankreich, Spanien, Griechenland und der Türkei hat EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Die Brände seien ein „beispielloses“ Phänomen, sagte Lahbib am Donnerstag bei einem Besuch im französischen Département Gironde. „Lange glaubten viele, der Klimawandel sei für Mitteleuropa etwas Abstraktes. Das ist er nicht. Er ist Realität.“
Die EU müsse Risiken besser vorbeugen und sich an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen, sagte Lahbib. „Wir wissen, dass Hitzewellen häufiger und intensiver werden. Deshalb müssen wir auf europäischer Ebene noch mehr tun.“ Jetzt sei aber nicht der Zeitpunkt für Schuldzuweisungen, sondern für „Einheit und Solidarität“.
EU-Katastrophenschutzmechanismus erfüllt Hilfsanfragen
Der EU-Katastrophenschutzmechanismus bewähre sich in der aktuellen Lage, sagte die Kommissarin. Seit Juni seien rund 800 Feuerwehrleute in sechs besonders gefährdeten Ländern positioniert worden. Lahbib dankte den Einsatzkräften und Freiwilligen: „Sie setzen ihr eigenes Leben aufs Spiel, um das Leben anderer zu retten.“ In der Gironde seien bereits zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Auch Hubschrauber und Löschflugzeuge aus der strategischen europäischen Reserve seien im Einsatz. Bislang habe der EU-Katastrophenschutzmechanismus alle Hilfsanfragen erfüllen können.
Nach Angaben der Kommissarin wurden in der Gironde rund 42.000 Hektar Land zerstört und etwa 220.000 Menschen zeitweise evakuiert. Während sich die Lage dort etwas stabilisiert habe, gebe es weiterhin schwere Waldbrände unter anderem auf Kreta und in der Türkei.



