Südtiroler mit rheinischem Humor: Konrad Beikircher gestorben

Südtiroler mit rheinischem Humor: Konrad Beikircher gestorben
Bekannt wurde er mit Beiträgen im rheinischen Dialekt wie der Radio-Kolumne "Sarens, Frau Walterscheidt" oder dem Kabarett-Programm "Himmel un Ääd". Dabei stammte er eigentlich aus Südtirol. Jetzt ist Konrad Beikircher gestorben.

Düsseldorf (epd). Der Kabarettist und Musiker Konrad Beikircher ist tot. Der gebürtige Südtiroler, der in seinen Programmen rheinische Lebensart und rheinische Dialekte aufgriff, starb am Dienstag im Alter von 80 Jahren, wie die nordrhein-westfälische Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte Beikircher als „besonders humorvollen und heimatverbundenen Träger des Landesverdienstordens“, der dem rheinischen Humor bundesweit Sympathie beschert habe.

Als einen der „markantesten Unterhaltungskünstler im Westen“ würdigte Ingmar Cario, kommissarischer WDR-Programmdirektor Information, Fiktion und Unterhaltung, Beikircher. „Niemand beobachtete den 'Rheinländer an sich' so genau, persiflierte ihn so liebevoll wie er. Niemand blickte so tief in die rheinische Seele.“

Von der Psychologie zur Unterhaltung

Beikircher, 1945 in Bruneck im italienischen Südtirol geboren, kam den Angaben zufolge 1965 nach Bonn, wo er Psychologie, Musikwissenschaften und Philosophie studierte. Bis 1986 habe er als Gefängnispsychologe in der Jugendstrafanstalt Siegburg gearbeitet. Zugleich war er zunehmend als freischaffender Künstler und Kabarettist in Bonn und Köln tätig. Beim WDR war er ab 1978 Gast in Radiosendungen und ab 1984 fester Moderator, unter anderem als Gastgeber der „Unterhaltung am Wochenende“.

Neben seinen Live-Programmen als Kabarettist moderierte Beikircher auch Konzerte mit großen Orchestern und gab humorige Konzertführer heraus. 2001 erhielt er für sein Engagement den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, 2012 den Bundesverdienstorden. Er engagierte sich auch als „rheinischer Botschafter“ bei Benefiz-Veranstaltungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef.