Leipzig (epd). Das Bürgerkomitee Leipzig hat den langjährigen Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runde Ecke“, Tobias Hollitzer, entlassen. Die Kündigung sei am 13. Juli übermittelt worden, bestätigte das Bürgerkomitee als Träger des Museums am Mittwoch in Leipzig. Der 60-jährige Hollitzer sei mit sofortiger Wirkung von seinem Posten freigestellt. Zuerst hatte die „Leipziger Volkszeitung“ darüber berichtet.
Der Vorstandsvorsitzende Tobias Ulbricht teilte dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit, dass der Gedenkstättenbetrieb gesichert sei. „Koordinierende Aufgaben übernimmt kommissarisch der Vorstand“, erklärte Ulbricht. Besucherbetrieb und Veranstaltungen werden demnach vom Bürgerkomitee übernommen.
Fördergelder zurückgefahren
Zu den Details der Kündigung wollte sich der Vorstand nicht öffentlich äußern. Hollitzer habe signalisiert, gegen die Kündigung juristisch vorzugehen. Das Bürgerkomitee ist Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, die sich in der ehemaligen Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit befindet.
Immer wieder hatte es Kritik an Hollitzer gegeben und an der Dauerausstellung ín der ehemaligen Stasi-Zentrale. Experten und Geldgeber halten die teilweise noch originale Präsentation aus den 1990er Jahren für nicht mehr zeitgemäß. Hollitzer war DDR-Bürgerrechtler, er hatte die Leitung der Gedenkstätte 2008 übernommen.
Zuletzt hatten die Stadt Leipzig und auch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten Fördermittel zurückgefahren und zum Teil sogar komplett eingefroren. Im April war Hollitzer bereits aus dem Vorstand des Bürgerkomitees und als Geschäftsführer ausgeschieden.



