Hamburg (epd). Der Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin wirkt auch in der Hamburger queeren Szene nach. „Wir sind immer noch erschüttert über das, was in Berlin passiert ist. Unsere Gedanken sind in Berlin und bei dem Berliner Orga-CSD-Team“, sagt Manuel Opitz, Vorstand Presse und Öffentlichkeitsarbeit beim Verein Hamburg Pride, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Verein blicke „voller Entschlossenheit“ auf die für kommenden Samstag geplante CSD-Demo in Hamburg und wolle diese „zu einem friedlichen Tag des Zusammenkommens machen, aus dem queere Menschen Kraft und Energie für die Zukunft schöpfen und untereinander Halt finden“.
Hamburg Pride gehe davon aus, dass der Hamburger CSD „vor dem Hintergrund des Anschlags in Berlin für viele Menschen emotionaler sein wird“, sagt Opitz. Der Anschlag sei „ein Angriff auf alle queeren Menschen in Deutschland“ gewesen. „Aus der queeren Hamburger Community bekommen wir eine Mischung aus Sorgen, Wut und Entschlossenheit zurückgespiegelt. Viele schreiben uns, dass sie jetzt erst recht auf die Demo gehen wollen“, berichtet Opitz. Hamburg Pride rechne für den Hamburger CSD mit rund 250.000 Teilnehmenden.
„Kommt mit uns auf die Straße!“
„Wir brauchen jetzt den Rückhalt aus der Stadtgesellschaft“, gibt Opitz eine Botschaft für den CSD in Hamburg aus. „Deshalb fordern wir alle Menschen in Hamburg auf: Kommt mit uns auf die Straße! Steht gemeinsam mit uns für eine friedliche Gesellschaft ein!“
Bei dem Anschlag auf den CSD in Berlin war am Samstagabend ein Kastenwagen in eine Menschenmenge gefahren. Eine 65-jährige Polin ist getötet sowie 31 Menschen teils schwer verletzt worden. Ein tatverdächtiger 21-Jähriger hatte den Wagen gesteuert und war anschließend mit einer Stichwaffe auf weitere Passanten losgegangen. Die Sicherheitsbehörden gehen von einem mutmaßlich islamistischen Motiv aus. Der Mann wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz durch Schüsse getötet.



