Düsseldorf (epd). Die Bundesintegrationsbeauftragte Natalie Pawlik (SPD) fordert nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag in Berlin, mit der Prävention bereits bei Kindern zu beginnen. „Kinder und Jugendliche müssen in der Lage sein, extremistische Propaganda zu erkennen, sie kritisch einzuordnen und ihr zu widerstehen, sowohl auf dem Schulhof als auch im digitalen Raum“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge, Integration und Antirassismus der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag). Es sei entscheidend, Radikalisierung frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
Das Internet müsse ein zentraler Ort der Prävention sein, weil es einer der wichtigsten Orte der Radikalisierung sei, sagte Pawlik. „Wir müssen junge Menschen dort mit demokratischen Gegenangeboten erreichen, wo extremistische Akteure um ihre Aufmerksamkeit werben.“ Zudem müssten digitale Plattformen ihren gesetzlichen Pflichten konsequent nachkommen und verhindern, dass extremistische Propaganda Reichweite gewinne.
„Respektvoller Umgang im Klassenzimmer und auf dem Schulhof“
Zudem sollten Lehrpläne, Schulbücher und die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften die Werte einer vielfältigen Gesellschaft vermitteln sowie kritisch gegen jede Form von Extremismus und Rassismus sein, sagte Pawlik. „Im Klassenzimmer und auf dem Schulhof müssen ein respektvoller Umgang und gegenseitige Achtung als Grundsatz gelten.“
Nur so könne verhindert werden, dass extremistische Ideologien überhaupt Fuß fassen und junge Menschen in Deutschland erreichen könnten, erklärte die Integrationsbeauftragte. Die wirksamste Antwort auf islamistischen Extremismus seien ein starker Rechtsstaat und konsequente Präventionsarbeit.



