Trauer bei ökumenischer Andacht nach CSD-Anschlag

Trauer bei ökumenischer Andacht nach CSD-Anschlag
An die Opfer des Anschlags auf den Berliner CSD ist am Sonntagnachmittag mit einer Andacht erinnert worden. Bischof Stäblein betonte, queeres Leben und Lieben wohne "im Herzen dieser Stadt". Der Täter werde sein Ziel nicht erreichen.

Berlin (epd). Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag im Umfeld des Berliner Christopher Street Days ist mit einer Andacht der Opfer und ihrer Angehörigen gedacht worden. An der Feier in der evangelischen Marienkirche nahmen am Sonntagnachmittag auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und weitere Mitglieder der Bundesregierung teil, darunter Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Justizministerin Stefanie Hubig (SPD).

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und weitere Landespolitiker, Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel und die muslimische Imamin Seyran Ates waren zu dem Gottesdienst gekommen. Ates betonte, wer im Namen Gottes Hass auf Menschen predige, weil sie lieben, missbrauche den Glauben. Der Anschlag habe nicht nur einzelnen Menschen gegolten, sondern auch der Freiheit, der Liebe und der Demokratie.

Queeres Leben im Herzen der Stadt

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesiche Oberlausitz, Christian Stäblein sagte, queeres Leben und Lieben wohne „im Herzen dieser Stadt“. Dies ließen sich die Menschen in Berlin nicht nehmen. „Das Herz dieser Stadt ist Freiheit, ist Vielfalt, ist Achtung“, sagte er. Was immer der Täter habe erreichen wollen, „er wird es nicht erreichen“. Gewalt im Namen der Religion auszuüben, sei Gotteslästerung, betonte der Bischof.

Die Gewalttat beim CSD in Berlin mit einem Todesopfer und 29 teils schwer Verletzten wurde mit einem Auto und Stichwerkzeugen verübt. Sie wird von Polizei und Generalstaatsanwaltschaft als islamistischer Anschlag eingestuft. Tatverdächtig ist ein 21 Jahre alter Mann, der bereits polizeibekannt ist.