Neues Freitagsgebet-Schild in Penzberg mit Farbe beschmiert

Neues Freitagsgebet-Schild in Penzberg mit Farbe beschmiert
Erst am Mittwoch wurde es montiert - am Freitag war es mit schwarzer Farbe beschmiert: Am Ortseingang von Penzberg weist ein neues Schild auf das Freitagsgebet der Islamischen Gemeinde hin. Innenminister Herrmann nennt die Tat "inakzeptabel".

Penzberg, München (epd). Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat das Beschmieren des neuen Hinweisschilds auf das muslimische Freitagsgebet im oberbayerischen Penzberg als inakzeptabel bezeichnet. „Die religiöse Vielfalt gehört zu Bayern“, sagte Herrmann dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Sonntag: „Sie ist Ausdruck der Freiheit und des demokratischen Selbstverständnisses unseres Landes.“ Unbekannte hatten das erst am Mittwoch montierte Schild am späten Freitagabend mit schwarzer Farbe besprüht.

Der „Süddeutschen Zeitung“ (Online) sagte der Penzberger Imam Benjamin Idriz, das Beschmieren des Schildes sei ein „Angriff auf unser Miteinander“. Man werde auf Hass mit „Offenheit und Dialog“ antworten. Zwar sei das Schild nur ein halber Meter Metall, es stehe aber für Offenheit, Religionsfreiheit, gegenseitigen Respekt und friedliches Miteinander. „Als ein Mitglied unserer Gemeinde am Freitag gegen 23 Uhr daran vorbeifuhr, hat es die mit schwarzer Farbe besprühte Tafel gesehen“, sagte der Imam der Zeitung.

Herrmann: Polizei ermittelt mit Nachdruck

Wie verschiedene Medien berichten, sei das Schild bereits am Samstag von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs wieder gereinigt worden und sei inzwischen wieder gut lesbar. Der parteilose Bürgermeister Thomas Kopf sagte der „Süddeutschen“, er bezweifle, dass die Tat jemand aus Penzberg begangen habe: „Der ganze Unmut und die ganze Lautstärke wird meiner Meinung nach von außen hereingetragen.“ Die Tat zeige, dass die Leute, die immer auf den angeblich radikalen Islam zeigten, es dann selbst seien, die radikal werden.

Innenminister Herrmann sagte auf epd-Anfrage, die Polizei ermittle „mit der gebotenen Sorgfalt und mit Nachdruck, um den Sachverhalt umfassend aufzuklären“. Es sei „unsere gemeinsame Verantwortung“, Werte wie die Religionsfreiheit „zu schützen und zu stärken“.