Berlin (epd). An die im Nationalsozialismus ermordeten und verfolgten Homosexuellen ist in Berlin mit einer Gedenkveranstaltung erinnert worden. An dem stillen Gedenken kurz vor dem Start der Parade zum Christopher Street Day (CSD) nahmen am Samstag auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und der SPD-Spitzenkandidat für das Regierungsamt, Steffen Krach, teil.
Am Denkmal für die homosexuellen NS-Opfer wurden auch zahlreiche Kränze niedergelegt, darunter vom Regierenden Bürgermeister und der Präsidentin des Abgeordnetenhauses sowie aus den Parteien CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP. Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulen-Verbandes Berlin-Brandenburg, Florian Winkler-Schwarz, sagte, das stille Gedenken diene der Erinnerung an die Menschen, „die wir verloren haben“.
Film mit Liebesszene
Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen liegt in unmittelbarer Nähe zum Mahnmal für die Opfer des Holocaust unweit des Brandenburger Tors. Es wurde im Mai 2008 der Öffentlichkeit übergeben. Seine Form eines großen Quaders erinnert an die Gestaltung des Holocaust-Mahnmals. In einem Fenster wird dort ein Film mit einer gleichgeschlechtlichen Liebesszene gezeigt. Der aktuelle Film stammt von der israelischen Künstlerin Yael Bartana.
Die Nationalsozialisten begannen früh mit der systematischen Verfolgung homosexueller Männer. Auch der berüchtigte Strafparagraf 175 wurde verschärft, allein ein Verdacht homosexueller Handlungen reichte für eine Verurteilung. Tausende Schwule wurden wegen ihrer Homosexualität in Konzentrationslager verschleppt und dort mit einem rosa Winkel gekennzeichnet.



