Essen (epd). Sozialverbände in Deutschland haben den neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) aufgefordert, bei den geplanten Reformen im Bereich Gesundheit und Pflege nachzubessern. Erster Akt müsse es sein, die Gesundheitsreform zu überdenken, mahnte der Sozialverband Deutschland (SoVD) in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Freitag). Für Reformen in Gesundheit und Pflege müsse gelten, die Versorgung zu verbessern und nicht nur pauschal kürzen, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier.
Bislang sehe die Gesundheitsreform vor allem erhebliche Leistungskürzungen und Mehrbelastungen für die Versicherten vor, kritisierte Engelmeier. Die anstehende Pflegereform müsse Betroffene und deren Angehörige in den Mittelpunkt stellen.
Bentele: Stärker an den Interessen der Versicherten orientieren
Der Sozialverband VdK forderte, Ziel der Gesundheitsreform müsse eine stabilere und gerechter finanzierte gesetzliche Krankenversicherung sowie ein patientenzentriertes Primärversorgungssystem sein. Der neue Gesundheitsminister müsse sich dabei stärker an den Interessen der Versicherten orientieren als an der Gewinnmaximierung der Pharmaindustrie, sagte die VdK-Chefin Verena Bentele den Funke-Zeitungen. Darüber hinaus dürfe es bei der Pflege keinen Stillstand geben. „Die bisherigen Reformpläne machen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen Angst, das muss sich unter Linnemann ändern.“



