Frankfurt a.M., New York (epd). Der österreichische Jurist Volker Türk ist für eine zweite Amtszeit als UN-Hochkommissar für Menschenrechte bestätigt worden. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen sprach sich am Freitag in New York mit großer Mehrheit für den 60-Jährigen aus. Er wird das Amt voraussichtlich bis 2030 bekleiden.
Bemühungen der Vereinigten Staaten, die Abstimmung zu verzögern, sowie die der Russischen Föderation, die Verlängerung auf das Ende des Jahres 2026 zu beschränken, waren laut UN-Angaben von Samstag gescheitert. Die Versammlung habe die volle Amtszeit mit 144 zu 10 Stimmen genehmigt.
Türk wurde auf Vorschlag von UN-Generalsekretär António Guterres 2022 für eine erste Amtszeit gewählt, die im Oktober endet. Der Experte für internationales Recht, dessen gesamte Laufbahn in UN-Organisationen verlief, gilt als enger Vertrauter Guterres', der sich für eine zweite Amtszeit Türks starkgemacht hat.
Wegen seiner entschiedenen Kritik an Russlands Krieg in der Ukraine, dem Vorgehen Israels gegen die Palästinenser und im Libanon sowie der US-Politik gab es im Vorfeld der Abstimmung Gegenwehr gegen eine Wiederwahl des Völkerrechtlers.
Türk ist der neunte Menschenrechtskommissar, seit das Amt 1993 geschaffen wurde. Vor ihm haben meist hochrangige internationale Persönlichkeiten das Amt bekleidet. Türk hingegen ist ein UN-Gewächs, der seit 2005 erst im UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und dann im Büro des Generalsekretärs tätig war.
Die Erwartung, der zurückhaltende Jurist könnte sein Amt leiser ausfüllen als seine Vorgängerinnen und Vorgänger, hat sich nicht erfüllt. Ohne Pathos, aber in klaren Worten prangert er Menschenrechtsverletzungen an, auch wenn er dabei mächtige Staatschefs wie US-Präsident Donald Trump kritisieren muss. So hat er mehrfach dessen Migrationspolitik und das militärische Vorgehen im Nahen Osten verurteilt.



