Bonn, Busan (epd). Die Burgen des Jabal Amel im Süden des Libanons und das Dorf Sebastia in den palästinensischen Gebieten zählen seit Freitag zum Unesco-Welterbe. Das entschied das zuständige Komitee der UN-Organisation bei seiner aktuellen Sitzung im südkoreanischen Busan, wie die deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Die beiden Stätten wurden zugleich in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.
Die fünf Burgen des Jabal Amel bilden den Angaben zufolge ein zusammenhängendes Verteidigungssystem, das die Entwicklung des südlichen Libanon von der Antike bis ins Mittelalter spiegelt. Vorwiegend während der Kreuzfahrerzeit errichtet, wurden die Festungen später von Ayyubiden, Mamluken und anderen Mächten angepasst. Aufgrund von Kampfhandlungen im Südlibanon werden die Burgen auf der Liste des gefährdeten Welterbes genommen.
Palästinensisches Dorf bietet Blick in 2.000-jährige Siedlungsgeschichte
In dem nördlich von Nablus in den palästinensischen Gebieten gelegenen Dorf Sebastia finden sich die Überreste einer mehr als 2.000-jährigen Siedlungsgeschichte. Archäologische Funde zeugen von zahlreichen Epochen, das Dorf bietet einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Region und zählt zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Levante, wie es hieß. Zugleich wurde Sebastia wegen der Pläne zur Umgestaltung von Teilen der Stätte und der Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konflikts ebenfalls auf die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.
Das Unesco-Welterbekomitee tagt noch bis zum 29. Juli in Busan. Es ist das wichtigste mit der Umsetzung der Welterbekonvention betraute Gremium. Für die Unesco-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt sind in diesem Jahr rund 30 Stätten nominiert. Deutschland hat die auch als Papageiensiedlung bezeichnete Waldsiedlung Zehlendorf vorgeschlagen.
Derzeit vereint die Welterbe-Liste 1.250 Kultur- und Naturstätten in 170 Ländern. 58 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet aktuell 55 Welterbestätten.



