Berlin (epd). Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) lobt das Bemühen der Bayreuther Festspiele zur Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Der Festspielgründer Richard Wagner (1813-1883) sei nicht nur ein musikalisches Genie gewesen. „Er war auch ein Antisemit“, sagte Weimer am Freitag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Zudem habe sich die nachfolgende Generation der Familie Wagner in der NS-Zeit kompromittiert.
„Das muss aufgearbeitet werden, das hat aber Bayreuth getan, über die Jahrzehnte hinweg, konsequent und aufrichtig“, betonte Weimer. Das sei auch in diesem Jahr zum 150. Gründungsjubiläum passiert.
Streit um Vortrag von Michel Friedman
Vor den diesjährigen Festspielen, die am Wochenende beginnen, hatte es Streit um einen für Sonntag geplanten Vortrag des jüdischen Publizisten Michel Friedman bei der Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“ gegeben. Die Festspiele hatten den Vortrag wegen Sicherheitsbedenken zeitweilig abgesagt. Schließlich hatte sich Festspielleiterin Katharina Wagner bei Friedman entschuldigt und ihn erneut eingeladen, sodass er am Sonntag in Bayreuth sprechen wird.
Weimer sagte, er freue sich sehr, dass Friedman in Bayreuth sprechen darf. Zudem lobte er die Festspiele als „Hochamt der klassischen Musik, aber auch des Musiklandes Deutschland“. „Wir sind vielleicht im Fußball nicht mehr Weltmeister geworden, aber in der Musik sind wir das“, sagte der parteilose Staatsminister.



