Große Mehrheit findet KI in der Medizin in Ordnung

Große Mehrheit findet KI in der Medizin in Ordnung
Annähernd drei Viertel der Bevölkerung befürworten einer aktuellen Studie zufolge den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei medizinischen Behandlungen. Doch auch die Furcht vor einem unpersönlichen Gesundheitssystem ist weit verbreitet.

Berlin (epd). Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland findet den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin in Ordnung. In einer Umfrage der Krankenversicherung Barmer bewerteten 71 Prozent der Befragten den Einsatz von KI für medizinische Zwecke positiv. Laut den am Donnerstag in Berlin bekanntgegebenen Ergebnissen erwarten 60 Prozent, dass KI die Versorgung von Patientinnen und Patienten verbessern wird.

Doch Hinweise auf Vorbehalte und Bedenken lieferte die Umfrage ebenfalls: Um den Schutz persönlicher Daten sorgt sich demnach ungefähr jeder und jede zweite Befragte (51 Prozent). Ein noch größerer Anteil (61 Prozent) befürchtet ein unpersönlicheres Gesundheitswesen.

KI in der Diagnose

Skeptisch zeigten sich die Teilnehmenden beim Potenzial von KI in der Diagnose: Fast zwei Drittel (62 Prozent) widersprachen der Einschätzung, dass KI künftig genauere Diagnosen stellen wird als ein Arzt oder eine Ärztin. 69 Prozent meinen, ChatGPT und ähnliche Anwendungen könnten den Arzt in Zukunft nicht ersetzen, nicht einmal teilweise.

Barmer-Vorstandschef Christoph Straub bescheinigte den Befragten „eine klare Vorstellung von Potenzialen und Grenzen der KI in der Medizin“. Ein Großteil der Bevölkerung befürworte den Einsatz von KI in der Medizin „in einem klar gesteckten, verbindlichen Rahmen. Sie soll den Arzt unterstützen, nicht ersetzen.“ Das sei richtig so, die letzte Entscheidung solle immer „beim Menschen bleiben“.

Ja zu KI in der Medizin bei jungen Leuten am höchsten

Aufgeschlüsselt nach Bevölkerungsgruppen, stimmten junge Leute dem Einsatz von KI zu medizinischen Zwecken am häufigsten zu. Außerdem befürworteten Männer KI in der Medizin häufiger als Frauen sowie höher gebildete Menschen eher als Personen mit einem niedrigen oder mittleren Schulabschluss.

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar und Februar dieses Jahres 1.791 Personen ab 18 Jahren telefonisch. Die Fehlertoleranz beträgt laut der Krankenkasse plus/minus 3,2 Prozentpunkte.