Verteilung erster US-Hilfslieferung auf Kuba gestartet

Verteilung erster US-Hilfslieferung auf Kuba gestartet
In Kuba hat die katholische Kirche mit der Verteilung von Hilfsgütern aus den USA begonnen. Die kubanische Regierung wirft Washington Doppelmoral vor.

Havanna (epd). In Kuba ist die erste Hilfslieferung der USA angekommen. Es sei mit der Verteilung begonnen worden, teilte die Caritas am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten gingen an 700 besonders bedürftige Familien in der Hauptstadt Havanna und angrenzenden Gemeinden. Insgesamt enthielt der Hilfsflug der Caritas zufolge 18 Tonnen Material im Wert von 60 Millionen US-Dollar (rund 53 Millionen Euro).

Die US-Regierung hatte am Dienstag die Entsendung eines Hilfsfluges nach Kuba angekündigt, dessen Inhalt von der katholischen Kirche verteilt werden soll. Die Güter seien Teil eines Hilfspakets von 100 Millionen US-Dollar, das US-Außenminister Marco Rubio im Mai in Aussicht gestellt hatte. Es handele sich um Unterstützung für die Bevölkerung, nicht für die Regierung.

Kubanische Regierung: Not nicht für politische Zwecke ausnutzen

Kuba leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts-, Versorgungs- und Energiekrise, hervorgerufen unter anderem durch Sanktionen der US-Regierung. Die USA haben in den vergangenen Monaten venezolanische Erdöl-Exporte nach Kuba verboten und allen anderen Ländern bei Öl-Lieferungen mit Strafzöllen gedroht. Seit Jahresanfang hat ein einziger Öltanker Kuba erreicht.

Um die US-Hilfen war ein Streit zwischen den USA und der kubanischen Führung entbrannt. Die kommunistische Regierung der Karibikinsel wirft den USA Doppelmoral vor. Washington könne Kuba mehr helfen, indem es die Sanktionen aufhebe, erklärte Präsident Miguel Díaz-Canel im Mai. Die Hilfsmaßnahmen stünden im Gegensatz zur kollektiven Bestrafung der kubanischen Bevölkerung, erklärte das kubanische Außenhandelsministerium am Mittwoch.