Studie: Wohngeldkürzung trifft vor allem Familien mit Kindern

Studie: Wohngeldkürzung trifft vor allem Familien mit Kindern
Der Bund plant Kürzungen beim Wohngeld. Eine Studie zeigt, welche Personen von den niedrigeren Zahlungen betroffen wären. Und das sind an erster Stelle Familien mit Kindern.

Berlin (epd). Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen beim Wohngeld würden einer Studie zufolge besonders Familien mit Kindern treffen. „70 Prozent der Bevölkerung mit Wohngeldbezug lebt in Haushalten mit Kindern“, heißt es in einer Mitteilung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes vom Mittwoch. Das habe eine neue Kurzexpertise der Paritätischen Forschungsstelle ergeben.

Demnach sind 22 Prozent der momentanen Wohngeldbezieher erwerbstätig und 15 Prozent befinden sich im Ruhestand. Die größte Gruppe stellen mit 37,5 Prozent Kinder dar, heißt es in der Expertise. Für diese Bezieher der Zahlungen hätten die Kürzungen spürbare Auswirkungen.

Rock: Kürzungen unverantwortlich

Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, nennt das einen unhaltbaren Zustand: „Wer Wohngeld bezieht, lebt finanziell am Limit. Rücklagen sind kaum möglich.“ Ausgerechnet hier weiter kürzen zu wollen, sei sozial- und familienpolitisch unverantwortlich. Nach seinen Worten kann sich über ein Viertel aller Wohngeldbeziehenden lediglich das Nötigste zum Leben leisten. 40 Prozent könnten abgenutzte Möbel nicht ersetzen und fast 20 Prozent sich keine neue Kleidung kaufen.

„Die Bundesregierung ist im Begriff, Ausgaben schlicht zu verlagern“, rügte Rock. Mit den Kürzungen würden etwa 163.000 Haushalte auf andere Sozialleistungen, vor allem der Grundsicherung, angewiesen sein. „Damit würden Ausgaben lediglich vom Wohngeld in andere Sozialsysteme verlagert. Echte Einsparungen erreicht man hingegen durch eine effiziente Regulierung des Wohnungsmarktes und mehr sozialen Wohnungsbau“, so der Geschäftsführer.

Das Bundeskabinett hatte vor rund zwei Wochen Einschränkungen beim Wohngeld auf den Weg gebracht. Ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte wird demnach die Leistung künftig nicht mehr bekommen. Die anderen Haushalte sollen demnach weniger Wohngeld als bisher erhalten.