Berlin (epd). Im ehemaligen Grenzstreifen der Berliner Mauer ist zum 21. Mal Roggen geerntet worden. Das 2.000 Quadratmeter große Feld neben der Kapelle der Versöhnung erbringe in diesem Jahr vermutlich einen Ertrag zwischen 300 und 400 Kilogramm, schätzte die Stiftung Berliner Mauer am Mittwoch. Witterungsbedingt begann die Ernte knapp eine Stunde früher als ursprünglich geplant. Durch die extreme Hitze im Juni seien die Körner des Roggens deutlich kleiner ausgefallen als sonst.
Der Roggen werde unter anderem zum Backen eines europäischen Friedensbrotes eingesetzt. Das Mehl für das Friedensbrot sei eine Mischung von Getreide aus elf Ländern Mittel- und Südeuropas. Dieses Getreide sei aus Saatgut vom Berliner Roggenfeld gewachsen, hieß es. Zu Weihnachten sollen aus dem Mehl auch Lebkuchen und anderes Gebäck vorbereitet werden.
Zuerst Lupinen ausgesät
Bereits im Frühjahr 1990 säten Bewohnerinnen und Bewohner Ost-Berlins an dieser Stelle Lupinen aus. Später führten Mitglieder der Versöhnungsgemeinde die Aussaat weiter. Ziel sei gewesen, dass im ehemaligen sogenannten Todesstreifen wieder etwas wächst. Das Feld gehört heute zum Areal der Gedenkstätte Berliner Mauer. Seit 2006 wird es von Studierenden der Humboldt-Universität Berlin betreut.



