Augsburg (epd). Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, will sich von den Krisen der Gegenwart nicht entmutigen lassen und schöpft Kraft aus ihrem Glauben. „Es gab schon schlechtere Zeiten, Katholikin zu sein!“, sagte Nahles der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch). Ihr Glaube mache ihr Hoffnung - und Papst Leo XIV: „In einer Zeit, in der der amoralischste Präsident, den die USA wahrscheinlich jemals hatten, regiert, ist es gut, dass der Papst eine moralische Autorität darstellt“, erklärte die frühere SPD-Chefin und Arbeitsministerin.
Die Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV. finde sie deshalb so spannend, weil er eine menschenfreundliche KI thematisiert habe. „Ohne ethischen Kompass richtet sich KI in den Händen von superreichen Monopolisten gegen die Menschen“, sagte Nahles. „Es muss Regeln geben und wir brauchen eine Teilung von Macht.“
Warnung vor „aggressivem Kurs“ der AfD
Besorgt zeigt sich die 56-Jährige in dem Interview auch über mögliche Wahlerfolge der AfD bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. „Wir stellen uns insgesamt auf ungemütliche Zeiten ein“, erklärte sie. Über Vertreter der in Teilen als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei sagte sie: „Sie fahren einen aggressiven Kurs - nicht nur gegenüber Minderheiten, auch gegenüber den beiden großen christlichen Kirchen oder gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“
Das Motto sei, wer nicht für uns ist, der ist gegen uns. „Da werden politische Gegner als Feinde behandelt. Ich glaube, dass das auf Dauer etwas ist, das Deutschland spaltet und massiv schadet, auch wirtschaftlich“, warnte Nahles.



