Berlin (epd). Die Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt haben im vergangenen Jahr bundesweit einen leichten Rückgang der Fälle und Opfer registriert. Für das Jahr 2025 verzeichneten die nichtstaatlich organisierten Stellen in 13 Bundesländern 3.167 Angriffe (2024: 3.453). Diese betrafen 4.298 Menschen (2024: 4.861), sagte Judith Porath, Vorstandsmitglied vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt am Dienstag in Berlin. Die Zahlen blieben damit aber laut Porath auf einem hohen Niveau und bedeuteten nach 2024 den zweithöchsten Wert.
Zudem hätten zwei Menschen infolge von rechten Tötungsdelikten ihr Leben verloren. Als Tatmotiv überwiege weiterhin der Rassismus, mehr als die Hälfte aller Angriffe (1.729) sei rassistisch motiviert gewesen. Dahinter folgten Angriffe gegen politische Gegnerinnen und Gegner (663). Diese seien um mehr als 100 Fälle angestiegen, ein „trauriger Rekordwert“, sagte Porath.
In 325 Fällen seien die Taten aus Queerfeindlichkeit heraus entstanden. Zudem habe es 180 antisemitische Angriffe gegeben.
Diskrepanz zu Zahlen des Innenministeriums
Das Bundesinnenministerium verzeichnete in seinem Jahresbericht der politisch motivierten Kriminalität 1.246 Fälle rechter Gewalt. Porath erklärte, dass sich das Erfassungssystem der Beratungsstellen unterscheide. Diese nähmen auch Fälle auf, die nicht angezeigt würden. Zudem hätten Strafverfolgungsbehörden „nach wie vor Probleme beim Einordnen und Erkennen“ von Fällen rechter Gewalt, argumentierte sie.
Die Beratungsstellen starteten 2015 mit der Dokumentation in sieben Bundesländern, mittlerweile sind es 13.



