Freiburg (epd). Wegen dem Rückgang staatlicher Fördermittel hat das Hilfswerk Caritas international mit Sitz in Freiburg im vergangenen Jahr insgesamt 436.000 Menschen weniger helfen können. „Auf der einen Seite erleben wir eine beeindruckende Solidarität der Menschen in Deutschland“, sagte Oliver Müller, Leiter von Caritas international, mit Blick auf die hohe private Spendenbereitschaft am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz des katholischen Hilfswerks. „Auf der anderen Seite kürzt der Staat seine Unterstützung ausgerechnet in einer Zeit, in der humanitäre Hilfe dringlicher und gefährlicher wird.“
Der Trend der weltweiten Kürzungen, der sich auch im Haushalt der Bundesregierung widerspiegele, sei nicht nur moralisch falsch. „Er schwächt auch Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit, nimmt politische Einflussmöglichkeiten, macht die Welt unsicherer und schadet uns deshalb am Ende selbst“, sagte Müller.
Staat gibt elf Millionen Euro weniger
2025 erhielt Caritas international 39,9 Millionen Euro an privaten Spenden. Damit blieb das Ergebnis trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage nahezu stabil. Im Vorjahr waren es 40,1 Millionen Euro gewesen. Deutlich gesunken sind hingegen die Mittel des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die Hilfen von Caritas international: von 50,5 Millionen Euro auf 39,8 Millionen Euro. Insgesamt wurden Caritas international im vergangenen Jahr 88,6 Millionen Euro für 595 Hilfsprojekte in 67 Ländern anvertraut. Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Dieser gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.



