Zahl der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder gestiegen

Zahl der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder gestiegen
Die Behörden haben im vergangenen Jahr mehr gegen Kinder und Jugendliche gerichtete Sexualdelikte gezählt. Die Zahl bleibe "erschreckend hoch", sagt Bundesinnenminister Dobrindt.

Berlin (epd). Die Zahl der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist im vergangenen Jahr gestiegen. Laut am Dienstag in Berlin präsentiertem Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) wurden den Behörden 17.126 Missbrauchshandlungen an Kindern bekannt (2024: 16.354). 1.239 Fälle sexueller Gewalt gegen Jugendliche wurden registriert (1.191). Das Bundeskriminalamt geht in diesen Bereichen aber auch von einer großen Dunkelziffer aus.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, die Zahl der Sexualdelikte an Minderjährigen bleibe „erschreckend hoch“. Er hob insbesondere den starken Anstieg der Fälle von Verbreitung jugendpornografischen Materials hervor. In dem Bereich seien 20 Prozent mehr Fälle registriert worden, sagte er. 11.515 Fälle wurden den Angaben zufolge den Behörden bekannt. Ein Grund für den Anstieg sei die niedrigschwellige Verfügbarkeit von Künstlicher Intelligenz, die reale Inhalte verändern könne, sagte Dobrindt.

BKA beobachtet Anstieg bei sogenanntem Livestreaming

BKA-Präsident Holger Münch sagte, zunehmend beschäftige die Behörden sogenanntes Livestreaming. Dabei verfolgen Täter einen in der Regel im Ausland stattfindenden Missbrauch an einem Kind oder einer Jugendlichen per Onlinestream und geben dabei sogar Anweisungen. Münch nannte als einen Schwerpunkt die Philippinen. Allein für dieses Jahr bezifferte er die Zahl der Fälle auf 250.