Frankfurt a.M. (epd). Waltraud Frodien, die bundesweit erste evangelische Dekanin, ist tot. Die frühere Pfarrerin der Emmausgemeinde in Frankfurt am Main sei am vergangenen Donnerstag im Alter von 89 Jahren verstorben, teilte die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach am Montag mit. Mit der ihr eigenen beharrlichen Art habe sie sich für die Gleichstellung von Frauen in der Kirche engagiert. Frodiens berufliche Laufbahn als Pfarrerin sei von vielen Einschränkungen geprägt gewesen, die früher für Frauen im Pfarrdienst galten.
Pfarrberuf wurde Theologin zunächst verwehrt
In Folge ihrer Heirat wurde der studierten Theologin die Ordination als Pfarrerin vorerst verwehrt, weil ein damals gültiges Kirchengesetz vorschrieb, dass verheiratete Theologinnen aus dem Dienst ausscheiden müssen. Das Ehepaar Frodien zog 1965 nach Jerusalem um, wo beide in einer arabisch-evangelischen Schule unterrichteten.
Nach ihrer Rückkehr 1970 konnte Waltraud Frodien aufgrund einer Kirchengesetzänderung ihre erste Stelle als Pfarrvikarin in Kelkheim übernehmen und wechselte 1972 in die Emmausgemeinde in Frankfurt, wo sie bis zum Eintritt in den Ruhestand wirkte. Die Mutter von zwei Kindern und Großmutter von drei Enkeln habe sich im Ruhestand ehrenamtlich als Seelsorgerin in der palliativen Seelsorge und der Hospizarbeit engagiert.



