Gedenken an 20. Juli 1944: NS-Widerstand vereinte Milieus

Gedenken an 20. Juli 1944: NS-Widerstand vereinte Milieus
Zum 82. Mal jährt sich 2026 das Attentat auf Hitler und der versuchte Umsturz des NS-Regimes. Bei einer Gedenkstunde in Berlin steht vor allem die Unterschiedlichkeit der Widerständler im Mittelpunkt.

Berlin (epd). An das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler und den versuchten Umsturz des NS-Regimes vor 82 Jahren ist in Berlin mit einer Feierstunde erinnert worden. Der Vorsitzende der Stiftung 20. Juli 1944, Robert von Steinau-Steinrück, rief dabei im Ehrenhof des Bendlerblocks dazu auf, nach dem Vorbild des Widerstands„ Gräben zu überwinden, die uns vermeintlich trennen“. Die Gegnerschaft zu Hitler habe Menschen geeint, „die sich in normalen politischen Zeiten vermutlich nicht einmal auf der Straße gegrüßt hätten“.

Der Berliner Finanz- und Kultursenator Stefan Evers (CDU) wies ebenfalls auf die Breite des Widerstands abseits des Militärischen hin, etwa den kirchlichen und den kommunistischen Widerstand. „Der 20. Juli erinnert uns daran, dass die Verantwortung für das eigene Land und die Verantwortung für seine Werte untrennbar miteinander verbunden sind“, sagte Evers.

Unterschiedliche Gruppen mit gemeinsamen Werten

Eine freie Gesellschaft lebe „nicht allein von guten Gesetzen und starken Institutionen“, sondern von Menschen, „die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, sagte der Berliner Bürgermeister. „Ich bin mir sicher: Recht und Demokratie sind stärker als diejenigen, die sie bekämpfen.“

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach ebenfalls von der besonderen Bedeutung des Widerstands. Er sei nicht nur vom Mut einzelner Personen getragen worden, sondern von Gruppen aus unterschiedlichen Milieus, „die von gemeinsamen Werten getragen wurden“.

Am 20. Juli 1944 versuchte eine Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944), Adolf Hitler zu töten. Der Staatsstreich misslang.