Hannover, Hamburg (epd). Der Umweltverband WWF hält Pläne des Landes Niedersachsen zu fischereifreien Gebieten an der Nordseeküste für nicht ausreichend. Die benannten Gebiete seien zu klein, die Pläne griffen zu kurz, erklärte der Verband am Sonntag in Hamburg. Niedersachsen hatte angekündigt, künftig zehn Prozent des niedersächsischen Küstenmeeres als fischereifreies Gebiet auszuweisen. Die Gebietsvorschläge sollen am Dienstag in einem „Fischereidialog“ zwischen den Landesbehörden und Vertretern aus Krabben-Fischerei, Miesmuschel-Fischerei und Naturschutz erörtert werden.
Durch die Vorschläge werde weder das Küstenmeer ausreichend geschützt, noch würden die rechtlichen Anforderungen aus dem Bundesnaturschutzgesetz für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erfüllt, bemängelte der WWF. „Die jetzt von den Behörden angekündigten Flächen können nur ein erster Schritt sein“, sagte die WWF-Meeresschutzexpertin Catherine Zucco, die den WWF im Fischereidialog vertritt: „Die Unterwasserwelt des Wattenmeeres muss endlich ausreichend Schutz vor Grundschleppnetzen bekommen - das leisten die vorgeschlagenen Flächen nicht.“
Tiere brauchen geschützte Rückzugsräume
Bei Ebbe flüchteten die Tiere in die stets wasserbedeckten und stark befischten Bereiche des Wattenmeeres, wo aber kaum fischereifreie Zonen eingeplant seien: „Ohne den Schutz solcher Rückzugsräume kann sich die Meeresnatur nicht erholen.“ Auch für die Fischerei-Betriebe gebe es nur dann eine langfristige Perspektive, wenn ausreichende Ruhezonen ein funktionierendes Ökosystem mit einer gesunden Krabbenpopulation ermöglichten.
Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte und Umweltminister Christian Meyer (beide Grüne) hatten das Flächenkonzept Ende Juni vorgestellt. Es handele sich um einen ausgewogenen Vorschlag für Umweltschutz und Fischerei, erklärten sie.



