Dobrindt: Aufbau von Return Hubs ist ein "dickes Brett"

Dobrindt: Aufbau von Return Hubs ist ein "dickes Brett"
Mit sogenannten Return Hubs wollen Deutschland und weitere EU-Staaten neue Härte in der Migrationspolitik zeigen. Der zuständige Bundesinnenminister dämpft jetzt die Erwartungen an solche Einrichtungen.

Berlin (epd). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Erwartungen an Abschiebezentren außerhalb der EU, sogenannte Return Hubs, gedämpft: „Der erste Schritt ist, dass wir Vereinbarungen mit Drittländern finden. Ich gehe davon aus, dass das dieses Jahr gelingt“, sagte er der „Welt am Sonntag“ (Online: Samstag). Der Aufbau eines solchen Return Hubs sei aber „anschließend ein dickes Brett, das es danach zu bohren gilt“. Es handle sich um einen Prozess, den man nach und nach gestalten müsse.

Auf die Frage, wie viele abgelehnte Asylbewerber in die Return Hubs verbracht werden sollen, sagte Dobrindt: „Ziel ist es, die Zahl der Rückkehrer zu steigern, bei erzwungener wie bei freiwilliger Ausreise.“ Diese sei zuletzt bereits gestiegen: „Von Mai 2025 bis Mai dieses Jahres sind über 42.000 Menschen durch Abschiebemaßnahmen und geförderte freiwillige Ausreise in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Das sind 2.000 Menschen mehr als im Vergleichszeitraum ein Jahr davor.“

Neue Härte in der Migrationspolitik

Mit den umstrittenen Return Hubs wollen Deutschland und weitere EU-Staaten neue Härte in der Migrationspolitik zeigen. Hinter solchen Abschiebezentren steht die Idee, Menschen, die nicht direkt in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können, in einen Drittstaat zu überstellen. Die Befürworter solcher Return Hubs argumentieren, dass das derzeitige Rückführungssystem offensichtlich nicht funktioniere. Im vergangenen Jahr hat laut EU-Angaben nur jeder vierte Ausreisepflichtige die EU auch wirklich verlassen.