Schlosspark Gotha schwer beschädigt

Schlosspark Gotha schwer beschädigt
Der Herzogliche Park Gotha gehört zu den bedeutendsten Gartendenkmalen Thüringens. Jetzt haben Starkregenfälle Wege ausgespült und wertvolle Pflanzen beschädigt.

Gotha, Rudolstadt (epd). Ein schweres Unwetter mit Starkregen und Hagel hat im Herzoglichen Park und an der Orangerie Gotha Schäden in Höhe von rund 100.000 Euro verursacht. Am Dienstag seien vor allem Pflanzen, Blumenbeete, Gehölze und Parkwege beschädigt worden, teilte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten am Freitag in Rudolstadt mit.

Eine Stiftungssprecherin sagte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd), dass vor allem die Deckschicht zahlreicher Wege im Schlosspark durch die Regenfälle abgetragen worden sei. In Bereichen mit Gefälle seien bis zu 50 Zentimeter tiefe Löcher und Rinnen entstanden. Die Schäden seien bereits provisorisch verfüllt worden, sodass eine Wegsperrung vermieden werden konnte.

Einer der ersten Landschaftsgärten auf dem europäischen Festland

Auch die wertvolle Pflanzensammlung der Orangerie habe unter dem Hagel und den starken Windböen gelitten. Hier bestehe jedoch die Chance, dass sich die Blüten und Blätter der Zitruspflanzen sowie weitere Gewächse regenerieren könnten. An den historischen Parkarchitekturen seien hingegen keine Schäden durch das Unwetter entstanden. Ein vergleichbares Unwetter sei seit Jahrzehnten nicht mehr über den Friedenstein hinweggezogen.

Der Herzogliche Park Gotha gehört zu den bedeutendsten Gartendenkmalen Thüringens. Die barocke Orangerie entstand ab 1747 und zählt zu den ältesten Bereichen der Gartenanlagen rund um Schloss Friedenstein. Dort wird bis heute eine umfangreiche Zitruspflanzensammlung gepflegt. Ab 1769 wurde zudem mit dem Englischen Garten einer der frühesten Landschaftsgärten nach englischem Vorbild auf dem europäischen Festland angelegt.