21. Roggenernte auf ehemaligem Todesstreifen in Berlin

21. Roggenernte auf ehemaligem Todesstreifen in Berlin
Seit vielen Jahren wird mitten in Berlin Getreide auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer angebaut. In der kommenden Woche soll geerntet werden.

Berlin (epd). An der Kapelle der Versöhnung in Berlin-Mitte soll am Mittwoch zum 21. Mal Roggen geerntet werden. Das Getreidefeld auf dem einstigen Todesstreifen misst rund 2.000 Quadratmeter und ist Teil der Erinnerungslandschaft an der Bernauer Straße. Der Anbau von Roggen auf dem ehemaligen Mauerstreifen soll an die deutsche Teilung erinnern, wie die Stiftung am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Nach der Ernte werde der Roggen für verschiedene Projekte eingesetzt. Unter anderem werde er mit Getreide aus elf mittel- und südosteuropäischen Ländern vermischt und gemahlen, woraus dann ein gemeinsames europäisches „Friedensbrot“ gebacken wird, so die Stiftung.

Studierende kümmern sich um Roggenfeld

Um die Pflege, Aussaat und Ernte des Roggenfelds kümmern sich laut Stiftung Berliner Mauer seit 2006 Studierende der Humboldt-Universität Berlin. Bereits im Frühjahr 1990 hatten Bewohnerinnen und Bewohner Ost-Berlins begonnen, Lupinen an dieser Stelle auszusäen. Später übernahmen Mitglieder der Versöhnungsgemeinde die Aussaat auf dem geschichtsträchtigen Boden. Dort, wo einst die Berliner Mauer stand und die innerdeutsche Grenze verlief, sollte wieder etwas wachsen.

Zur Erhöhung der Biodiversität und Verbesserung der Bodenqualität werden seit 2023 auf einem Teil der Fläche auch Luzerne (Ewiger Klee) ausgesät. Die insektenfreundliche Hülsenfrucht ist bekannt für ihren hohen Nährstoffgehalt und ist ein Stickstoff-Binder.