Zweibrücken, Mannheim (epd). Ein Mahn- und Gedenkort soll für den vor fünf Monaten getöteten Zugbegleiter Serkan Çalar im Mannheimer Hauptbahnhof entstehen. Die Deutsche Bahn AG sei dazu mit der Familie des Getöteten im Gespräch, sagte ein Sprecher der Bahn am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Geplant sei, eine provisorische Gedenkstätte an Gleis 1 zu einer dauerhaften zu machen. Diese solle an den aus Ludwigshafen stammenden Zugbegleiter sowie die Tat erinnern.
„Wir sind nach dem Tod unseres Kollegen weiterhin in tiefer Trauer“, sagte der Bahn-Sprecher. Die Bahn wolle ihre Sicherheitsmaßnahmen in Zügen für Fahrgäste und Mitarbeitende verbessern. So sollten Zugbegleiterinnen und -begleiter im Nah- und Fernverkehr mit Bodycams ausgestattet und stichfeste Westen für Kundenbetreuer eingeführt werden. Zudem gebe es Doppelbesetzungen im Kundenservice. Gemeinsam mit der Bundesregierung habe die Bahn auch eine landesweite „Respekt-Kampagne“ gestartet.
Angeklagter muss zehn Jahre in Haft
Der 36-jährige Zugbegleiter Çalar war am 2. Februar in einem Regionalexpress zwischen Landstuhl und dem saarländischen Homburg bei einer Ticketkontrolle von einem Fahrgast angegriffen und durch mehrere kräftige Faustschläge gegen den Kopf tödlich verletzt worden. Der Angeklagte, ein 26 Jahre alter griechischer Staatsbürger aus Luxemburg, wurde am Donnerstag am Landgericht Zweibrücken zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Çalars Dienstort war der Mannheimer Hauptbahnhof.




