Lampedusa: Ziel von Migranten und Touristen

Lampedusa: Ziel von Migranten und Touristen

Rom (epd). Die italienische Insel Lampedusa wurde in den vergangenen Jahren zum Sinnbild für die migrationspolitischen Herausforderungen, die die europäische Politik lange prägten. Auch heute noch kommen nach Angaben des Roten Kreuzes und der Organisation Mediterranean Hope jährlich im Schnitt rund 40.000 Menschen über das Mittelmeer nach Lampedusa.

Vor drei Jahren waren es allerdings mehr als doppelt so viele. Mitte September 2023 verhängte die Stadtverwaltung von Lampedusa den Ausnahmezustand: Innerhalb von 24 Stunden waren mehr als 100 Boote angekommen. Zeitweise waren fast 7.000 Migranten zeitgleich auf der Insel.

Bootsunglück mit 313 Toten schockierte Europa

Am 3. Oktober 2013 ertranken bei einem Bootsunglück vor Lampedusa mehr als 360 Migranten, die versucht hatten, über das Mittelmeer von Nordafrika nach Italien zu gelangen. Die Tragödie schockierte Europa, das Phänomen der Bootsflüchtlinge erhielt politische Aufmerksamkeit.

Wenige Monate zuvor hatte Papst Franziskus am 8. Juli 2013 die erste Reise seiner Amtszeit nach Lampedusa unternommen und dort auf das Schicksal der Migranten aufmerksam gemacht. Auch heute noch kommt es immer wieder zu Bootsunglücken mit Toten. Seit 2014 zählte die Internationale Organisation für Migration (IOM) rund 35.000 Menschen, die auf der Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben kamen oder bis heute vermisst werden.

Die südlichste Insel Europas ist etwa 20 Quadratkilometer groß. Wirtschaftlich ist sie vor allem vom Tourismus geprägt. Die rund 6.000 Einwohner zählende Insel beherbergt in den Sommermonaten oft mehr als dreimal so viele Besucher.