Jeder Zweite hält Renten-Pläne für wenig tauglich

Jeder Zweite hält Renten-Pläne für wenig tauglich

Köln (epd). Rund die Hälfte der Deutschen hält die angedachte Rentenreform für wenig erfolgversprechend. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von infratest-dimap für den ARD-„Deutschlandtrend“ ergab, glauben 52 Prozent der Bundesbürger nicht, dass die Rentenpläne die Alterssicherung stabiler machen werden. 35 Prozent sind dagegen der Meinung, dass die Rente damit auch für die Zukunft sicher ist. Befragt wurden 1.317 Wahlberechtigte von Montag bis Mittwoch dieser Woche.

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Vorschläge einer von ihr eingesetzten Alterssicherungskommission vollständig umzusetzen. Auf besonders große Zustimmung trifft dabei das Vorhaben, Selbstständige, Politiker und Vorstände von Aktiengesellschaften in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen: Fünf von sechs Deutschen (84 Prozent) finden das richtig, jeder Zehnte (11 Prozent) lehnt das ab.

Mehrheit befürwortet kapitalgedeckte Zusatzrente

Mehrheitliche Zustimmung erfährt auch der Plan einer kapitalgedeckten Zusatzrente, bei der die Beitragssätze für Arbeitnehmer und Arbeitgeber leicht erhöht werden und dieser Teil verpflichtend am Kapitalmarkt angelegt wird: Für 56 Prozent geht dieser Vorschlag in die richtige Richtung, für 32 Prozent in die falsche.

Eine Koppelung des regulären Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung lehnt eine Mehrheit (63 Prozent) ab. Jeder Dritte (32 Prozent) ist dafür. Eine Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 finden sieben von zehn Deutschen (70 Prozent) falsch. Ein Viertel (26 Prozent) spricht sich dafür aus. Als Rente mit 63 wird der abschlagsfreie vorzeitige Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte bezeichnet.

Knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) hat laut der Umfrage derzeit große oder sogar sehr große Sorgen vor Geldproblemen im Alter; die andere Hälfte (50 Prozent) hat diesbezüglich weniger oder gar keine Sorgen. In den ostdeutschen Bundesländern (59 Prozent) ist diese Sorge ausgeprägter als in den westdeutschen Bundesländern (45 Prozent).