Köln (epd). Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sieht beim Hitzeschutz in Krankenhäusern vor allem Bundesländer und Städte in der Pflicht. Der Minister verwies auf die vom Bund im vergangenen Jahr den Ländern und Kommunen zur Verfügung gestellten 100 Milliarden Euro, um Infrastrukturinvestitionen zu finanzieren. „Ich finde, das ist ausreichend“, sagte Schneider am Montag im Deutschlandfunk.
Menschenleben müssten geschützt werden. „Wir ergänzen im Bund“, sagte Schneider. Wo der Bund eine Verantwortung habe, zum Beispiel im Bereich der Pflegeversicherung, müssten die Einrichtungen ausreichend Geld zur Verfügung haben, um Hitzeschutz zu finanzieren.
Krankenhausgesellschaft sieht Versäumnisse
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hatte zuvor in der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Montag) angesichts der Extremtemperaturen in den vergangenen Tagen zu geringe Investitionen der Länder in den Hitzeschutz von Krankenhäusern kritisiert. „Die aktuelle Hitzewelle macht schonungslos deutlich, welche Versäumnisse es bei den Investitionen in der Vergangenheit gegeben hat, und dass unsere Krankenhäuser finanziell anders aufgestellt werden müssen“, sagte er.
Seit Jahrzehnten kämen die Länder ihrer Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung nicht ausreichend nach. Gaß forderte: „Wer Hitzeaktionspläne und den Kampf gegen den Klimawandel ernst meint, muss Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen endlich finanziell so ausstatten, dass sie Patientinnen und Patienten schützen und ihren Beschäftigten auch bei extremer Hitze sichere Arbeitsbedingungen bieten können.“




